Unterkünfte

HOTEL RITZ 5*

Text Nicole Hitzelberger 23 Juli 2017
Das Paris Ritz ist ein Fünf-Sterne-Hotel im Herzen von Paris, in der Straße 15, Place Vendôme, im 1. Bezirk der Hauptstadt. Es ist ein Nebengebäude des Justizministeriums, im Nordwesten des Platzes. Das Ritz Paris gilt als eines der schönsten, größten und luxuriösten Hotels in der Welt.
Das Hotel, das heute 142 Zimmer hat, wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Hotelier César Ritz und dem Küchenchef Auguste Escoffier 1898 gegründet. Sein Ruf für Luxus wurde schnell etabliert, internationale Persönlichkeiten, Politiker und Filmstars wurden Dauergäste. Mehrere Suiten sind zu Ehren von prominenten Gästen des Hotels benannt worden – wie der Modedesignerin Coco Chanel, die bis zu ihrem Tod im Hotel lebte, oder des Schriftstellers Ernest Hemingway, der oft ins Ritz kam. Eine der Hotelbars, die Hemingway Bar, wurde dem Schriftsteller gewidmet. Sein weltbekanntes Top-Restaurant « L’Espadon » schult Köche aus der ganzen Welt.
Das Ritz gilt auch als das « Zuhause » renommierter Persönlichkeiten wie Jean Cocteau, Colette, Paul Morand oder des Schriftstellers Marcel Proust. Während des Ersten Weltkrieges wird es Teil eines Lazarettes des Roten Kreuzes.

Mit den « Roaring Twenties » und dem Alkoholverbot in Amerika strömen viele Amerikaner auf den alten Kontinent. Das Hotelmanagement öffnet daraufhin im Erdgeschoss 1921 einen Raum, in dem Getränke verkauft und eingenommen werden:  « Le Café Parisien», eine Bar ausschließlich für Herren. Sie begrüßt Persönlichkeiten wie Cole Porter, F. Scott Fitzgerald (der daraufhin sein Buch schreibt: Der Diamant so groß wie das Ritz) oder Ernest Hemingway. Trotz des Frauenverbotes lädt sich die Frau von Charles Ritz ein und überzeugt das Hotel 1926, eine zweite Bar zu öffnen, ausschließlich für Damen, die berühmte « Petit Bar », sie eröffnet 1934.
Im Juni 1940 während der Besetzung von Paris durch die Deutschen wird ein Teil des Hotels Sitz der deutschen Luftwaffe, im Gegensatz zu dem Hotel Lutetia oder dem Hotel Meurice, welche vollständig requiriert wurden. Anscheinend wird der Palast verschont, weil César Ritz und seine deutsche Frau Marie Louise Schweizer sind, so wird das Hotel „neutrales Gebiet ».
Als deutscher Luftwaffenhauptsitz dient ein Gebäude der Rue Cambon, während der Chef Hermann Göring sowie dessen Gäste im Ritz verweilen. Hervorhebenswert sind Kunsthändler, die Werke plündern für die persönliche Sammlung Görings, Arletty mit ihrem Liebhaber, der Nazioffizier Hans Jürgen Soehring, Gutachter des Luftwaffe-Kriegsrats sowie Coco Chanel mit ihrem Liebhaber Hans Gunther von Dincklage. Das Hotel bleibt ein Palast, auch während der Bombardierung: Coco Chanel flieht in den Luftschutzbunker Ritz, voraus ihr Diener, der ihre Gasmaske auf einem Satinkissen trägt, denn Stil muss sein – auch in Kriegszeiten. Der Palast birgt in dieser Zeit aber auch alliierte Flieger, Flüchtlinge und Juden, die das Personal in geheimen Räumen geschützt versteckt. Frank Meier, der Barkeeper des Hotels, dient als Nachrichtenbote der Operation Walküre, während Blanche Auzello – geboren Rubenstein – die jüdisch-amerikanische Frau des Hoteldirektors Claude Auzello, dem Widerstand hilft und dafür im Juni 1944 von der Gestapo gefoltert wird.

Nach dem Krieg erholt sich das Ritz und sein Prestige, indem es wichtige Persönlichkeiten wie den Schriftsteller Ernest Hemingway sowie die Schauspieler Charlie Chaplin oder die Modeschöpferin Coco Chanel beherbergt. Der Legende nach begleitet Ernest Hemingway im August 1944 persönlich mit einer Pistole in der Hand eine Gruppe von Widerstandskämpfern bei der Befreiung des Ritz. Einige seiner Aufzeichnungen sind in dem Roman « Paris en fête » festgehalten. Coco Chanel wohnt über dreißig Jahre im Ritz und stirbt dann 1971 in ihrer Wohnung in der rue Cambon nur einige Schritte vom Hotel entfernt. Das Ritz beherbergte auch den Schah von Iran, den Schriftsteller Jean-Paul Sartre oder den Sänger Elton John.
Eine Reihe von Konflikten zwischen den Aktionären (Charles Ritz war Vorsitzender des Vorstandes bis zu seinem Tod im Jahr 1976) sowie ein Mangel an Investitionen und alternde Kunden zwingen 1979 die Monique, die Witwe von Charles Ritz, zum Verkauf an den ägyptischen Geschäftsmann Mohamed Al-Fayed. Er investiert 250 Millionen Dollar, um es komplett zu renovieren, ohne die Aktivität zu stoppen. Ein unterirdisches Wassernetz wird gegraben und ein Wellnessbereich mit einem Pool von 17 Metern gebaut, jedes Zimmer wird identisch eingerichtet. Die Renovierung des Hotels wird von dem Architekten Bernard Gaucherel von 1980 bis 1987 geleitet.
Am 31. August 1997 speisen Prinzessin Diana und ihr Freund Dodi Al-Fayed, Sohn von Mohammed Al-Fayed, in der Imperial Suite des Hotels und finden danach den Tod bei einem tödlichen Unfall unter der Alma-Brücke.
Um das offizielle Label eines PALACE zu bekommen, wird es komplett am 1. August 2012 für Renovierungsarbeiten geschlossen. Die Renovierungsarbeiten werden auf 140 Millionen Euro geschätzt und sollten im Sommer 2014 abgeschlossen werden, verzögerten sich jedoch durch einen Brand bis zum 6. Juni 2016 hinaus. Die Zimmeranzahl wird durch unterschiedliche Größen von 159 auf 142 reduziert, alle verschieden und mit modernster Technologie ausgestattet. Zusätzliche Räumlichkeiten werden geschaffen: der Winter-Salon, der Proust-Salon, das Little Ritz – eine Brasserie ersetzt den Ritz-Club –, das Restaurant unter einem zu öffnenden Glasdach, als Erweiterung des Baalsaales.
PALACE
Das Ritz gehört nun « inoffiziell » zu den sieben Parisern Palästen mit einem modernen Fitnessstudio, einen Schönheitssalon (Pflege exklusiv mit Chanelprodukten) und dem größten Hotelpool in Paris, ausgestattet mit Thermoludicdüsen, durch die man unter Wasser klassische Musik hört.
Das Personal hat 600 Mitarbeiter, darunter Hunderte in der Küche.
ZIMMER UND SUITEN
Das Hotel zählt heute 142 Zimmer, darunter 56 Suiten und 15 Prestigesuiten mit Blick auf den « Place Vendôme » sowie der Suite Coco Chanel.
RESTAURATION
Das Gourmet-Restaurant » L’Espadon » wurde im Jahr 1956 von Charles Ritz kreiert. Der Chefkoch Michel Roth und Chefkoch des Restaurants Arnaud Faye wurden im März 2009 mit einem zweiten Michelin-Stern belohnt. Der berühmte Küchenchef Auguste Escoffier war der Ursprung des weltberühmten Restaurants des Palastes.
Das Hotel verfügt über drei Bars:
Vendome Bar 
die Ritz Bar,
Hemingway Bar, zunächst « Le Petit Bar », die seit 1994 den Namen Ernest Hemingway trägt und bekannt ist für seine Cocktails, darunter die berühmte Bloody Mary, die der Legende nach wegen der Frau des Schriftstellers geschaffen wurde, Mary Welsh. Auch heute noch der « Renner » auf der Getränkekarte!

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2 Comments

Walter und Inge Schreiner 22 September 2017 at 14 h 09 min

Wir waren bei unserem letzten Parisbesuch im Juni das neurenovierte Ritz besuchen und haben einen Drink in der legendären „Hemingwaybar“ genommen. Ich kann nur bestätigen, ein wirklich elegantes und schickes Hotel!

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Mathilda aus Bregenz 25 Mai 2018 at 15 h 37 min

Die Teatime dort ist ein Schmaus für die Augen und den Gaumen, wirklich zu empfehlen.

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